ZUM 500-JÄHRIGEN ZWINGLI-JUBELJAHR: Die gute Nachricht, das Toggenburg und die Milchsuppe

Milch, Salz, Muskatnuss, ein Lorbeerblatt, eine Gewürznelke, dazu Eigelb, Sahne, Brot und etwas Butter – eine gute Handvoll Zutaten, mehr braucht es nicht für die «Kappeler Milchsuppe». Wichtiger als die Zutaten ist jedoch die Aufforderung, dass alle aus dem gleichen Topf essen mögen.

Die Kappeler Milchsuppe geht auf die Zeit der helvetischen Reformation zurück, die wir im fünfhundertjährigen Jubiläumsjahr 2019 besonders bedenken. Eidgenössische Heere marschierten in den Folgen der Glaubensstreitigkeiten aufeinander los. Während die Befehlshaber diskutierten, lagerten die Soldaten auf dem Feld. Statt sich zu bekriegen, kochten sie aus geteilten Zutaten eine Suppe und schlürften diese aus demselben Topf.

Zehn Jahre vor diesem legendären Ereignis bestieg der gebildete Theologe Ulrich (Huldrych) Zwingli die Kanzel des Grossmünsters in Zürich. Wir zählen das Jahr 1519 – Zwingli war bereits 35 Jahre alt, als er den Zürcher Gläubigen nach der «neuen Lehre» die Evangelien verständlich und einfach auslegte.

Seine Herkunft als Bauernsohn einer Grossfamilie aus Wildhaus im Toggenburg trug dazu bei, dass seine Kanzelworte für die Zuhörerschaft volksnahe und überzeugend rüberkamen. Zwingli wirkte nicht nur als Prediger, sondern auch als Sozialreformer und Politiker und schob so die Zürcher Reformation massgebend an, die ab 1523 in der deutschsprachigen Schweiz ihren Durchbruch fand.

Zwingli war ein streitbarer Mann. Und das nicht nur mit Worten. Er gehörte zu denjenigen, die den Zürcher Rat dazu drängten, mit Waffen gegen die «altgläubigen» Kantone vorzugehen. Nachdem der erste militärische Vormarsch durch das Suppenlöffeln auf dem Schlachtfeld im Sand verlief, verlor Zwingli beim Zweiten Kappeler Krieg in der Albis-Bergkette mit vielen anderen auf dem Schlachtfeld sein Leben.

Eine Gruppe aus unserer Kirchgemeinde begibt sich unter der Leitung von Pfarrerin Gabriella Schneider auf die Spuren von Zwingli im Toggenburg und in Zürich. Wir wünschen allen eine spannende und eindrückliche Schweizer-Geschichts-Reise.

Florence Develey

[Bildnachweis: Das Geburtshaus von Ulrich Zwingli in Wildhaus im Toggenburg, Roland Zumbühl über Wikimedia Commons]
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